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Online-Podium „Was leisten LMS zur Unterstützung von E-Learning an Hochschulen?”

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Online-Podium „Was leisten LMS zur Unterstützung von E-Learning an Hochschulen?”


Ok, ich sehe die Veranstaltung wird
aufgezeichnet, dann sage ich ganz herzlich Willkommen zum heutigen Online
Event auf e-teaching.org. Mein Name ist Anne Thillosen, ich freue mich schon darauf,
die Veranstaltung zu moderieren. Ich begrüße unsere beiden
zugeschalteten Referenten: Herrn Doktor Klaus Wannemacher aus Hannover
zugeschaltet. Holger Hansen, aus Bochum zugeschaltet und alle die sich
bereits jetzt eingeloggt haben bei unserer Veranstaltung. Das ist das Auftakt-Event zu
unserem Themenspecial “Learning Management Systeme”, was gerade vor der
Mittagspause online gegangen ist. Den Link posten jetzt nicht noch mal um nicht
abzulenken vor der Veranstaltung. Als wir das Special geplant haben, haben wir
häufig gesagt: ” LMS, das Thema ist ja nicht total sexy aber es ist einfach
basic und an der Zahl der Rückmeldungen haben wir gesehen, ja, dass Sexyness vielleicht überbewertet wird. Wir haben sehr sehr viele Rückmeldungen auf
den Call bekommen. Das ist einfach offensichtlich was, was viele an Hochschulen
beschäftigt. Während ich die Einleitung mache möchte ich noch mal
einladen, sich an der Umfrage zu beteiligen. Die werden wir dann freischalten
bevor die beiden Vorträge beginnen und und dann können wir uns darauf nochmal beziehen. Ja, ich erinnere mich noch gut an meine Anfangszeit im E-Learning, als viele Dozenten
gesagt haben: “Meine digitalen Lernsachen brauchen eigentlich kein LMS.”
Und dann gab’s so einen richtigen Boom/Hype und es gab ganz ganz viele unterschiedliche LMS
und inzwischen hat es sich auf so eine Handvoll eingependelt und heute soll
es darum gehen, ja, was die überhaupt für eine Bedeutung haben für die
Hochschulen. Dazu haben wir zwei Referenten eingeladen, die uns zu Anfang
Inputs geben werden: Herr Doktor Klaus Wannemacher ist
Organisationsberater beim HIS-Institut für Hochschulentwicklung und er befasst
sich da schon seit 2002 mit Beratungs- und Evaluations- und Begleitetforschungs-Projekten zum Einsatz von E-Learning an deutschen Hochschulen und
ist in dem Zusammenhang auch mit der Beratung zu LMS tätig. Ja, ansonsten…genau wird er da raus aus
einer Studie etwas vorstellen. Unser erster Referent. Der Zweite Referent ist Holger Hansen, Diplom-Pädagoge, schon seit
2005 Leiter der Stabstelle E-Learning an der Ruhr Universität in Bochum. Ich kann mich gut erinnern, dass in
Bochum ganz lange E-Learning und Blackboard quasi so Synonyme waren
und dass alle Schulungen für Lehrende und Studierende damit anfingen, dass man
die Einführung in das LMS bekam. Natürlich gibt’s an der Ruhr- Uni noch
eine ganze Menge anderer Projekte. Wie die zusammenhängen und welche Rolle das
aktuelle LMS dabei spielt, darauf wird Holger Hansen
in seinem Beitrag eingehen und dann können wir auch allesamt in die
Diskussion kommen. Fragen, die Sie während der Vorträge stellen sammele ich, sodass sie nicht verloren gehen. Aber in der Regel unterbrechen wir die
Vorträge nur, wenns was ganz Dringendes zum Verständnis gibt. Okay, dann würde
ich jetzt die Umfrage freischalten, die Ergebnisse veröffentlichen und
frage wie immer ob man das jetzt sehen kann? Jawoll, und damit auch sehr eindeutige, ja,
Trends: Moodle weit vorne, wie man das auch in sehr vielen Umfragen immer liest und
Ilias als Zweites dahinter. Ja, und danach schon mit doch erheblich kleineren
Zahlen Stud.IP und OLAT oder OpenOLAT. Ja, da zeigt sich schon so ein bisschen,
was ich eben angedeutet habe und jetzt bin ich gespannt, ob sich das in der
Studie, die Klaus Wannemacher vorstellen wird, bestätigt und übergebe das Wort, Klaus, an dich. Vielen Dank für die Einleitung, Anne. Einen kurzen Augenblick warten wir noch. Ja, jetzt sind die Folien auch erkennbar. Dann will ich kurz beginnen
mit meinem Impuls-Vortrag “Lern-Management-Systeme” um auf 20 Jahre Lern-Management-Systeme an
den Hochschulen einzugehen. Und will einleitend noch mal kurz verweisen
auf die Rahmenbedingungen, die sich in der digitalen Lehre ja im Grunde in
einem ständigen Wandel befinden. Die digitalisierten Lehr- Und Lernformen
verändern sich, es sind unterschiedliche Anwendungen und Praktiken an den
Hochschulen zu erkennen. Zuletzt haben die Kommunikations- und
Kooperationsformen sich weiterentwickelt durch neue technische
Tools, die zur Verfügung stehen. Es gibt neue Entwicklungen im Bereich Self-Assessments, E-Assessments, etwa auch im Bereich von Simulationen, augmented virtual reality
entwickelt sich ein bisschen was weiter. Es gibt Diskussionen auch um addaptive Lernformen, learning analytics und ähnliche Erscheinungen und all das
beeinflusst natürlich auch sehr stark die Erwartungen, die an Lern-Management-Systeme gerichtet werden. Das wird sich gleich noch ein bisschen deutlicher
zeigen. Lern-Management-Systeme sind komplexe
Komplettlösung für digitalisierte Lehr- und Lernformen die unter einer zentralen Oberfläche aufgabenspezifische Teilprogramme integrieren, mit denen Managementaufgaben von den
Lehrenden und Lernenden, also vor allem von den Lehrenden unterschiedliche Lernszenarien abgebildet und unterstützt werden können. Die
Lerninhalte werden dabei in einer Datenbank verwaltet und den Lernenden
über ein Rechte- und Rollenmanagement-System dann bereitgestellt. Die Lern-Management-Systeme weisen seit
vielen Jahren schonein relativ hohes Maß an funktioneller Standardisierung auf. Das hat sich vielleicht doch stark entwickelt auch über die Jahre hinweg. Der
Funktionsumfang ähnelt sich mittlerweile zumindest für viele Systeme relativ
stark. Die ganze Entwicklung hat begonnen in den mittleren 1990er Jahren, als
vielfach entsprechende Projekte an den Hochschulen verfolgt wurden. eCollege
war eines der ersten Systeme, das heute bei Pearson angeboten wird in den USA.
Aber auch WebCT das dann von Blackbaord später aufgekauft wurde zählte
zu den frühen Entwicklungen. Und im deutschsprachigen Raum eben Stud.IP
und Ilias vor allem auch. Manche der Systeme wurden außerhalb der
Hochschulen als Open-Source-Projekte gestartet und auch so später
fortgeführt. Communities und Dienstleister haben sich da dann um die
Weiterentwicklung gekümmert. Andere sind später als lizenzierte Systeme in privatwirtschaftlichem Kontext überführt worden. Es gab eine ganze
Reihe von Dienstleistern die sich dort entwickelt haben, zum Teil auch im Rahmen von Open-Source-System. Dass es dann eine Art von spin-offs aus den
Hochschulen heraus gab. Entsprechende Dienstleister, die im Bereich Hosting,
Integration mit diesen Drittsystemen, im Bereich Schulung die Hochschule entsprechend
unterstützt haben und das freute auch weiter tun. Bekannt ist ja,dass sich in
unterschiedlichen Bildungssektoren Lern-Management-Systeme ganz unterschiedlich
entwickelt haben. Es gibt einen sehr großen Markt für Lern-Management-Systeme für den Unternehmensbereich, der soll Milliardenschwer sein insgesamt. Da gibt
es auch eine sehr intensive Nutzung von kommerziellen Systemen beispielsweise. An
den deutschsprachigen Hochschulen hingegen haben sich Open-Source
Lern-Management-Systeme sehr stark durchgesetzt und ihren Anteil stetig
ausweiten können über die Jahre hinweg. An den Hochschulen war erkennbar, dass es
zunächst über mehrere Jahre hinweg, ja, ganz unterschiedliche Systeme gab, die
ausprobiert wurden, die zeitgleich an einer Hochschule auch eingesetzt worden
sind. Es hat nach und nach dann dort Zentralisierungsprozesse auch
gegeben. Es gab Schwierigkeiten auch in der Integration der Lern-Management-Systeme
mit Content-Management-Systemen mit der Gesamt-IT-Infrastruktur, da
wurde an Hochschulen auch, es waren auch längere Lernprozesse, die in diesem
Bereich zu lösen waren. Die jüngsten Untersuchungen, die es im Bereichen der Lern-Management-Systeme gibt, die mir dort bekannt sind, deuten darauf hin, dass eine Sache
sich vielleicht nicht so ganz massiv verändert hat, zumindest. Es gab oder gibt bei
Lehrenden ganz unterschiedliche Nutzerprofile. Eine aktuelle Studie von
Educause Center for Analysis und Research von ecar zum “current ecosystem of learning management systems in high education” ist der entsprechende Titel, die im vorletzten Jahr
veröffentlicht wurde. Dort heißt es, dass viele Lehrende
Lern-Management-Systeme noch immer auf einem recht niedrigschwelligem Niveau einsetzen und
häufig eher für administrative Zwecke einsetzen. Es sind dort schon sehr
große Gruppen von Lehrenden an US-Hochschulen befragt worden: über 17.000
Lehrende von 150 Hochschulen haben sich an der Studie dort beteiligt. Es zeigte sich auch in dieser Erhebung, dass es einen relativ hohen Anteil an US-Hochschulen gibt, die sich sozusagen überlegen ob
sie innerhalb der nächsten drei Jahre das genutzte Lern-Management-System
austauschen sollen durch ein Moderneres, das vielleicht im Bereich mobiler
Nutzungsformen noch etwas mehr bietet oder im Bereich der
Kollaborationstools oder im Bereich von Personalisierungs-Optionen. Es heißt dort
in der ecar-Studie, dass durchschnittlich die System acht Jahre im Einsatz
seien, dass man sich dann überlegt einen
Wechsel vorzunehmen. Und aktuell, so heißt es, seien 13 bis 15 Prozent der US-Hochschulen am überlegen, einen entsprechenden Wechsel auch vorzunehmen.
Es hat über drei Jahre eine ganze Reihe von Kritik an diesen modulitischen Lern-Management-Systemen gegeben. Es hieß dort sie seien zum Teil erfolgreicher zur Kursadministration
als zur Unterstützung von Lernprozessen und Lernerfolg eingesetzt worden. Sie förderten eine Praxis der klassischen
Wissensübertragungen, sie seien eher Lehrenden-zentriert und würden nicht
ausreichend auf die Lernbedürfnisse von Studierenden hin ausgerichtet sein. Außerdem hat es in den vergangenen
Jahren wie angedeutet eine ganze Reihe von Veränderungen gegeben. Fragmentiertere
Lernumgebungen zum Teil, die aus unterschiedlichen Komponenten sich
zusammensetzen. Neue Kollaborationstools die erprobt werden. Soziale Medien
haben im Bereich Kommunikation jetzt über Jahre hinweg eine wichtige Rolle
auch gespielt, sodass sich auch von daher die Frage stellt, ob diese klassischen,
vielleicht etwas monolithisch anmutenden Lern-Management-Systeme sich
langfristig weiter so behaupten werden. Auch im Hochschulbereich, wie
sie das den vergangenen 20 Jahren immer stärker getan haben. Und es gab oder
gibt eine aktuelle Studie auch von Educause oder im Educause-Kontext entstanden in den USA, die sich nennt: “Next generation digital learning environments”
Dort berichten die Experten von Educause sogar
davon, dass zum Teil sogar eher eine Post-LMS-World prognostiziert
wird. Dass nicht klar ist, ob LMS künftig noch so eine zentrale Rolle spielen würden und sie sprechen sich aber eher dafür aus, dass
eine Weiterentwicklung in Richtung auf ein next generation Learning-Management-System stattfindet soll, dass man da stärker it Mash-Up-Ansätzen arbeiten sollte, mit
unterschiedlichen Komponenten, die zusammengefügt werden und stärker
cloud-basierte Ansätze auch künftig verfolgen wird voraussichtlich. In jedem
Fall lässt sich ganz klar aus meiner Sicht sagen, dass Lern-Management-Systeme in
den vergangenen 20 Jahren eine sehr hohe Wandlungsfähigkeit unter Beweis
gestellt haben. Sie werden in unterschiedlichster Weise
angepasst und genutzt, es gibt Lern-Management-Systeme die seit zwei, drei Jahren auch
als MOOC-Plattformen eingesetzt werden, mooin auf Moodle-Basis ist da etwa bekannt. Mook-IP bei Stud.IP wäre ein weiteres
Beispiel dort etwa. Oder es gibt auch kommerzielle Dienstleister, die sich
ein Open-Source Lern-Management-System sozusagen näher angeschaut
haben und dort eine optimierte Fassung auf der Ebene der Nutzeroberflächen angeboten
haben. Da hat sich unter anderem Moodlerooms beispielsweise hervorgetan. Ja, es gibt eine ganze Reihe neuer
Nutzungsmuster von Anwenderinnen und Anwendern die gerade in den allerletzten
Jahren zu einer Vielfalt an Anpassungen an Lern-Management-Systemarchitekturen
geführt haben. So zumindest mein Eindruck aus einem Gespräch mit Community-Vertretern auch für unterschiedliche LMS. Es wird sehr häufig
verwiesen auf eine Optimierung für mobile Nutzungsszenarien mittels responsice design, die sehr viele LMS-Communities intensiv beschäftigt oder
beschäftigt hat in den vergangenen Jahren. Es wird häufig hingewiesen auf eine
Öffnung gegenüber anderen Web-basierten Systemen über Programmierschnittstellen im Hinblick auf Vernetzungs- und
Kollaborationsfunktionen beispielsweise, oder eine Ausweitung von social-learning-Funktionen und auch auf eine leichtere
Integrierbarkeit,eine intuitivere Nutzbarkeit, Individualisierbarkeit und
stärke Anpassbarkeit wird relativ häufig dort verwiesen, wenn man dort einmal
nachfragt bei LMS-Dienstleistern oder VertreterInnen der entsprechenden
Communities. Ich springe jetzt über diese Folie einfach einmal, ich hatte noch eine
etwas neuere Fassung des Projekts, die wir leider jetzt nicht sehen können. Wir hatten vereinbart vorab, dass
wir einen ganz kurzen Blick auch auf Entwicklungen in einzelnen Communities in
Bezug auf einzelne Lern-Management-Systeme werfen wollen. Ich habe hier daher eine sehr kleine Auswahl von unterschiedlichen LMS zusammengestellt, Lizenz-basierte Systeme, sozusagen, Lizenzrechtlich geschützte Systeme, proprietäre Systeme und freie Systeme. Es gebe eine Fülle von weiteren
Systemen die man sicherlich hätte nennen können. Ich will auf sehr wenige nur eingehen, wir
haben eben anhand der Fragen ja schon gesehen, welche besonders stark
verbreitet sind an deutschsprachigen Hochschulen und die habe ich auch
tatsächlich in den Vordergrund gestellt. wIch will ganz kurz eingehen auf moodle, Ilias, Stud.IP und
OpenOlat als Systeme aus dem Open-Source Kontext und wurde ergänzend noch kurz auf
Blackboard leran eingehen wollen als ein System das zurzeit nur an wenigen
Hochschulen im deutschsprachigen Raum eingesetzt wird aber um den Bereich der
kommerziellen Systeme sozusagen zumindest exemplarisch mit aufzugreifen.Um
zunächst kurz auf moodle einzugehen, ein System, das seit 1999 in Australien von Martin Dougiamas entwickelt worden ist, seit 2002 als Open-Source-System verfügbar ist, stellt Onlinekursräume zur Verfügung, in denen
Arbeitsmaterialien bereitgestellt werden und Lernaktivitäten in unterschiedlichster Form umgesetzt werden. Es gibt eine Fülle von von Einzelmodulen, ich habe hier
wenige kurz ausgeführt. Insgesamt auf jeden Fall über 1000 Zusatzmodule auch, die
online in der Regel kostenlos dann abgerufen werden können, mit denen das System in vielfältiger Weise auch angepasst werden kann. Es gibt darüber hinaus ein Web-Angebot über moodle.net, über das sich Lehrende für unterschiedlichster Disziplinen freie
Kursmaterialien auch herunterladen können. können Aktuell sollen über 70.000 registrierte
Installationen weltweit für das System existieren. Im deutschsprachigen Raum
betreut zusagen auch Entwicklungen für moodle und auch Anforderung von Hochschulen
werden von der moodle-Community betreut. Es gibt jährliche Anwenderkonferenzen,
die moodleMoots, auf denen ein entsprechender intensiver Austausch dann letztlich um
das System auch gepflegt wird. Das zweite System, das auch recht häufig an deutschsprachigen Hochschulen genutzt wird, wäre dann Ilias. Seit 1997/98 an der WiSo-Fakultät
der Universität zu Köln entwickelt, seit 2000 open-Source-System verfügbar. Über das System werden Lernmaterialien bereitgestellt, es gibt eine
ganze Reihe von Kommunikations- und Kooperationsfunktion und auch im
Bereich Assessments und Prüfung und Evaluation kann es intensiv
eingesetzt werden. Die Grundidee letztlich im System ist die einer Bibliothek, über die unterschiedlichste Materialien, die durch die NutzerInnen
abgerufen werden können und die optische Grundstruktur ist die eines
persönlichen Schreibtischs. Es hat hier in den letzten zwei, drei Jahren eine
ganze Reihe von Veränderungen gegeben: Optimierung für mobile
Nutzungsszenarien mittels responsive design, damit man auch auf dem Tablet
und dem Handy bestimmte Ilias-Inhalte nutzen kann. Eine bessere Berücksichtigung von
Kompetenzmanagement-orientierten didaktischen Ansätzen spielte bei der Entwicklung zuletzt eine ganz zentrale Rolle. Und weitere Optimierungen im Bereich
der Weblog-Funktion, des Kursmanagements, der Aufgaben-, Umfragen-
oder Test-Funktionen, auch im Bereich der E-Portfolio-Seiten. In Bezug auf Ilias ist es der ILIAS open source e-Learning e.V., der die Roadmap für die weitere
Entwicklung jeweils definiert. Es gibt eine Reihe von Dienstleistern für das System in
Deutschland, und jährlich internationale Konferenzen, über die
sich die Anwender und Entwickler dann intensiv austauschen. Als drittes System mit einer etwas anderen Schwerpunktsetzung wollte ich auch Stud.IP kurz mit nennen. Eine Arbeitsumgebung die etwas stärker auch auf administrative
Aspekte hin ausgerichtet ist, die Lehrveranstaltungen ebenfalls unterstützt.
Seit 1990 zunächst an der Universität Göttingen entwickelt
worden ist. Es gibt ja unterschiedliche Lehrveranstltungs-begleitende Funktion dort, es werden Ablaufpläne, Foren, Teilnehmerlisten,
News, Umfragen, Tests und ähnliches bereitgestellt. Genau so werden auch bei Stud.IP
verschiedene Community- und Kollaborations-Tools bereitgestellt. Daneben spielen Campus-Management-Funktionen bei Stud.IP eine relativ große Rolle, etwa im Bereich Kursplanung und Raumverwaltung. Ich habe es mit aufgenommen, weil es
dennoch kein reines, kein ganz klassisches Campus-Management-System ist, das ausschließlich auf eine administrative Funktion ausgerichtet wäre.
Bei der jüngsten Entwicklung hat vor allem der Übergang von einem in sich
geschlossenen System hin zu einem etwas offeneren System eine wichtige Rolle
gespielt. Man hat da intensiv mit Programmierschnittstellen gearbeitet, es
gab eine Reihe funktionaler Erweiterungen, die jetzt vor allem über plugins
vorgenommen werden sollen, nicht mehr sozusagen in den Systemkern dann eingepflegt werden, sondern da möchte man etwas flexibler werden. Die Nutzererfahrung soll
modernisiert werden, es gibt frameworks und Bibliotheken,die jetzt bei
der Entwicklung eine zentrale Rolle spielen. Funktionen und Oberflächen werden re-designed und vor allem auch in Hinblick auf moderne mobile Nutzungsszenarien angepasst, im Rahmen einer responsiven Webansicht. Kurz erwähnt hatte ich schon, dass für Stud.IP auch eine Art von MOOC-Funktionen seit 2 Jahren umgesetzt und entwickelt wird. Und das System soll eben verstärkt neuen Nutzungsmustern Rechnung tragen. Es gibt die Stud.IP-Coregroup, die in Zusammenarbeit mit data-quest in Göttingen die entsprechenden neuen
Entwicklungsziele festlegt,die Agenda festlegt
für die weiteren Entwicklungen und jährliche Entwickler- und Anwendertagungen, Workshops und Ähnliches. Ein viertes open-source-System, das in
den vergangenen jahren eine wichtige Rolle an den deutschsprachigen Hochschulen zu spielen scheint: OpenOLAT. Oder OLAT, sozusagen das das System wie es ursprünglich geheißen hat. 1999 an der Universität Zürich entstanden. Es gab vor fünf Jahren auf OLAT einen großen re-factoring Prozess, da ist sehr viel am Code grundsätzlich
verändert worden. Daraufhin gab es ja eine Spaltung in der Community, die Aufteilung in OLAT und OpenOLAT. Beide Systeme bieten unterschiedlichste Komponenten im Bereich Content-Management, Foren, im Bereich
von Betreuung, Kolaboration und Kommunikation, Portfolios, Selbsttests, Tests und auch einzelne Funktionen im Bereich Campus Management, etwa eine Art Kurskatallog. OpenOLAT und OLAT haben Wert gelegt auf ein Angebot im Bereich
personal learning environments, so dass die Lernenden sich ihre Funktionen sozusagen auch möglichst selbst zusammenstellen können. Bei der letzten Version gab es auch bei OpenOLAT ein komplettes Redesign der
Nutzeroberfläche, diese sollte intuitiver gestaltet werden. Auch dort wurde mit einem responsiven Design gearbeitet, um mobilen Zugang möglich zu machen
ohne auf eine App angewiesen zu sein. Das Rollen- und Rechtesystem wurde erneuert, es gab Optimierungen im Bereich Kurs und Kurswerkzeuge, elektronische Assessments und Prüfungen und im Bezug auf das
integrierte Chat -Modul auch weitreichende Veränderungen. Bei OpenOLAT ist es auch die entsprechende Community, die in
Abstimmung mit frantix dort in Zürich sich um die Weiterentwicklung
des Systems kümmert. Es gibt eine ganze Reihe vonOpenOLAT- Events, als Anwenderkonferenz die OpenOLAT-Talks, und weitere Veranstaltungen, die eine enge
Abstimmung zwischen Community und den Entwicklern auch gewährleisten sollen. Ein letztes System, das ich kurz noch
erwähnen wollte wäre Blackboard learn. vielleicht Fallbeispiel für kommerzielle Systeme. Seit 1997 als kommerzielles Management -System
verfügbar, aus verschiedenen Lern-Management-System-Projekten an
unterschiedlichen Hochschulen hervorgegangen. unter anderem auch Cornell und Virginia C.U. wären da zu nennen. Auch hier habe ich, wie be den anderes Systemen, einige der Kernanwendungen aufgelistet, die
sich nicht grundsätzlich unterscheiden von dem was viele andere Systeme
bereitstellen. interessant scheint mir hier vor allem, dass es auch bei Blackboard learn einen großen Relaunch im vergangenen Jahr
gegeben hat, das Bestreben, das gewachsene System stärker auf mobile Lernszenarien auszurichten. eine neue StudentApp zu entwickeln die den Bedürfnissen der Studierenden dort entgegenzukommen. Eine intuitivere
Nutzerführung zu erreichen. Es soll ein Studierenden-zentrierterer Ansatz verfolgt werden, als es in der Vergangenheit der Fall war. Die Kolaborationsmöglichkeiten sollten ausgebaut werden und man will adaptiven Elementen, im Kontext von learning Analytics stärker Rechnung tragen, die im anglo-amerikanishen Raum eine stärkere Rolle spielen als es vielleicht für die deutschsprachigen Hochschulen der Fall ist. Außerdem hat sich Blackboard seit drei, vier Jahren relativ stark auch mit Anbietern von moodle-Lösungen befasst, verschiedene entsprechende Anbieter aufgekauft um einen engeren Kontakt letztlich zur open source Community zu finden, für die gerade
Hochschulen doch eine zentrale Rolle spielen seit sehr vielen Jahren. Soweit
vielleicht nur ein kurzer Eindruck von den Entwicklungen verschiedener Systeme in den vergangenen Jahren. Meine Schlussfolgerungen wären die Folgenden, mit denen ich auch jetzt schon zum Ende kommen möchte: die Lern-Management-Systeme haben sich seit den Ursprüngen in den mittleren und späten 1990er Jahren an den
Hochschulen als sehr komplexe Softwaresysteme sehr erfolgreich
entwickelt. Sind in der Nutzung, das zeigen auch die schon erwähnten Educause-Studien, in den USA sehr stark verbreitet und ein Großteil der Lehrenden
nutzt diese Systeme zumindest in der einen oder anderen Weise. An deutschsprachigen
Hochschulen gab es doch recht langjährige Lernprozesse auch in Bezug auf die
zentrale Bereitstellung der Systeme, eine reduktion allzu vielfältiger LMS-Infrastrukturen vielleicht, es gab Systemwechsel und hat sich sehr
sehr viel auch entwickelt an den Hochschulen bei der Nutzung dieser
Systeme. Zur Zeit lässt sich deutlich erkennen, dass gewandelte Nutzungsgewohnheiten und Nutzungsmuster die Erwartungen an Lern-Management-Systeme
sehr stark beeinflussen in Bezug auf die mobile Nutzung, bessere
Kollaborationstools und auch in Bezug auf eine stärkere Personalisierung der IT-Architektur für diese Systeme. Zugleich ist es denke ich doch auch bemerkenswert, dass mit diesen schon genannten US-Erhebungen auf eine partielle Unzufriedenheit an
Hochschulen mit dem was LMS zur Zeit anbieten, hindeuten. Und dass es zugleich eben doch bei
vielen Systemen größere Re-engineering-Projekte gegeben ha,t mit denen man versucht, diesen Anforderungen dann gerecht zu werden. Ein Aspekt der vielleicht an
deutschsprachigen Hochschulen bisher noch keine zentrale Rolle spielt ist die
Erprobung von LMS im Kontext adaptiver Lernformen. Man findet da gerade für LMS, die in den USA ihren
Ursprung haben einige Versuche, dieses Thema attraktiver zu machen. Student-Dashboard-Systeme bereitzustellen, über die Studierende und Lehrende dann erkennen können, wie der Lernfortschritt der einzelnen Studierenden sich darstellt. Das scheint mir eine Entwicklung zu sein, bei der relativ unklar ist, in welcher Weise die möglicherweise für den deutschsprachigen raum künftig auch
eine Rolle spielen könnte. Und damit möchte ich auch gern schon zum
Abschluss kommen dieses Impulsbeitrages und danke Ihnen herzlich für Ihre Aufmerksamkeit. Auch von miner Seite ganz herzlichen Dank, das war wirklich glaube ich ein sehr umfangreicher Überblick über das, was
sich in den letzten Jahren getan hat. Was ein bisschen in die Perspektive auch schon geht, ein Vergleich der wesentlichen Systeme. Es gab während deines Vortrags einige Fragen, die ich jetzt stellen möchte. Wieviele Instanzen gibt es ungefähr von Stud.IP und OpenOLAT im deutschsprachigen Raum? Ich habe da nach entsprechenden Daten
geschaut aber wenig verlässliches gefunden. Ich habe gesehen, dass es da
insgesamt auch tausende von den Instanzen gibt. Ich hatte ältere Daten die vom ZKI mal erhoben worden waren vor wenigen Jahren gesehen. Bei Stud.IP wurde damals auf 30 bis 40 Instanzen verwiesen, bei ILIAS waren’s so rund 70 seiner
Zeit, aber aktuellere Daten liegen leider nicht vor. Das kann ich also nicht mit
Sicherheit einschätzen, wie sich das aktuell darstellt. Das waren seinerzeit Daten, die von Gudrun Oevel von der Universität Paderborn im ZKI-Kontext mal erhoben worden waren
für die Implementierung an den deutschen Hochschulen vorallem. Ok, danke, Dann gab es die Frage, ob Blackboard nicht OS (Open Source) jahrelang juristisch bekämpft hat? Ja, das ist eine gute Frage. Ich habe entsprechende
Auseinandersetzungen wohl wahrgenommen aber nicht wirklich intensiv verfolgt. Vor dem Hintergrund könnte man sicherlich unterstellen, dass es ein Strategiewandel wäre, den es dort gegeben hat angesichts des großen Erfolgs gerade von
open source-basierten LMS im Hochschulbereich. Zumindest die letzten
drei, vier Jahren lässt sich deutlich erkennen, dass das Blackboard ein starkes
Interesse hat, auch im Bereich von open-source-Systemen, insbesondere auch bei moodle
durch das Ankaufen verschiedener Dienstleister, stärker einen Fuß in die Tür zu bekommen. So mein Eindruck. Also ich kann dazu vielleicht auch kurz was sagen. Ungefähr vor 8 Jahren hat Blackboard eine Patent-Überprüfungen vornehmen lassen, ob das Ding, das sie in dem LMS umgesetzte haben tatsächlich auch patentrechtlich
geschützt sein sollte und dann gab es einen Sturm der Entrüstung seitens der
open-source-Betreiber. Und zumindest hat es sich nicht nachhaltig so verändert, dass open source eingestampft wird. Das sieht man ja heute, sondern Blackboard hat dann eher dazu tendiert, gute Lösungen auf dem Markt einzukaufen und sozusagen ihn seine
Lösung zu involvieren. Danke für die Ergänzung! Stichwort Datenschutz: Kommt jetzt in den Fragen auch schon häufiger vor, wobei ich glaube jetzt nicht mehr
vielmehr weitere Fragen zulassen würde, weil die Zeit tatsächlich jetzt auch
schon fortgeschritten ist und wir noch ein weiterer Beitrag haben. Noch eine
Frage hätte ich allerdings: Tatsächlich scheint es so zu sein,
dass die am häufigsten genutzten Systeme – außer moodle – im deutschsprachigen
Raum deutschsprachige Entwicklung sind. Ist das so richtig?
– Das ist tatsächlich auch mein Eindruck, dass da der Anteil der Systeme, die ihren Ursprung auch im deutschsprachigen Raum genommen haben doch recht ausgeprägt ist und dass da
offensichtlich die Kommunikation, die Zusammenarbeit sehr sehr gut
funktioniert hat über die Jahre, über die Jahrzehnte, letztlich auch zwischen
den Hochschulen, zwischen den Communities und da die Systeme ja im Hochschulkontext entstanden sind ist das sicherlich mit ausschlaggebend gewesen dafür, dass open
source basierte LMS sich im deutschsprachigen Raum, an deutschsprachigen ochschulen
auch eine so zentrale Rolle spielen. Trotzdem ist es ja so, dass moodle vorne liegt und das ist ja gerade wieder nicht im deutschsprachigen Raum
entwickelt worden. Ja, gibt sicher für die Diskussion
gleich im Anschluss noch zahlreiche Anknüpfungspunkte. Und überhaupt habe
ich das bei dem Vortrag von Klaus Wannemacher mehrmals gedacht dass es da
einige Anknüpfungspunkte gibt zu dem Beitrag von Holger Hansen. Ich schalte schonmal auf die Folien um. Ja, vielleicht fange ich so: in der Post-LMS world ist die Ruhr Universität noch nicht angekommen,
glaube ich. Das wäre eh eine Frage, in wie weit die Hochschulen schon bereit dazu sind.
Aber einen Wechsel des LMS hat es gegeben und sicher auch, ja, viele Lernprozesse mit
dem LMS in den letzten Jahren. Daher bin ich jetzt gespannt darauf, was deine Quintessenz daraus ist und übergebe das Wort an dich.
– Ja, vielen Dank liebe Anne. Vorab gesagt: den Wechsel hat es noch nicht gegeben. Wir sind gerade dabei ein zweites LMS, sprich moddle, bei uns in Bochum an der Ruhr-Uni zu fahren. Doch dazu gleich mehr. Ich freue mich
hier ein bisschen was erzählen zu dürfen zum Thema “Was leisten LMS zur Unterstützung von E-Learning an Hochschulen” und ich habe jetzt den Vortrag überschrieben mit “15 Jahre Betrieb eines LMS”. Dahinter steckt, wie es der ein oder andere schon weiß – oh, ich
sehe, ich bin zu leise. Moment. Ja, 15 Jahre Blackboard bei uns an der Uni in Bochum. Vielleicht ein Satz zu mir und zu dem, was ich hier tue: Holger Hansen, ich komme eigentlich aus der Ecke der
Erwachsenenbildung, Weiterbildung Didaktik, bin also kein Techniker und bin
hier tatsächlich – ich habe es kaum glauben können – vor gut 15 Jahren hier an der Ruhr-Uni
eingestiegen mit der Annahme, das mal zwei Jahre zu tun und dann einfach weiter zu ziehen und
offensichtlich ist es so, dass ich immer noch da bin, genauso wie die
L,ernplattform die ich damals angetroffen habe. Und das war zur damaligen Zeit natürlich etwas ganz Tolles und Innovatives. Man kann sich vorstellen, im Jahr 2000/
2001 haben viele Hochschulen das Wort E-Learning noch gar nicht gekannt. Ich war damals auch tätig in einem bereich der sich nannte “Neue Medien” oder so. Ein paar ALte, die hier dabei sind, kennen diesen Begriff vielleicht von damals. Wir sind ja an der Ruhr-Uni eine relativ große
Universität mit 20 Fakultäten, ich glaube knapp 45.000 Studierenden, also auch
tatsächlich einrecht großer Dampfer, was natürlich auch Potential bietet für E-Learning und für uns auch den angenehmen Nebeneffekt hat, dass die Ruhr-Uni
nicht nur strategisch erkannt hat, dass E-Learning etwas schönes ist. Deshalb gibt es hier auch diese Stabstelle. Sondern auch dabei ist, Ressourcen in E-Learning
hineinzustecken, insbesondere bei der Frage des Mehrwerts. Wenn man eine
Umfrage macht, wie wir es gerade schon getan haben, in Richtung “Welche LMS
werden eigentlich bei uns an Hochschulen eingesetzt, dann würde ich mal die Behauptung aufstellen
dass viele auf die Frage, welches Bild kommt ihnen eigentlich in den Kopf, wenn sie an LMS denken, dass ein solches Bild vielleicht dem
einen oder der anderen in den Kopf kommt, nämlich das eines
Dinosauriers. Ich habe es mir gerade notiert: Anne Thillosen hat schon
gesagt “Lernsysteme sind nicht sexy”, “monolithische Systeme hat Klaus
Wannemacher vielleicht nicht ganz zu Unrecht gesagt. Ich höre immer wieder im
deutschsprachigen land so was wie “pdf-Schleudern” und ähnliches. Man kann der Meinung sein, das stimmt und
vielleicht ist es dann auch so, dass es eher eine aussage darüber trifft, wie
diese Lernplattformen in unseren Hochschulen tatsächlich eingesetzt werden. Denn ich glaube, dass viele der Lern-Management-Systeme, egal wie sie heißen ein bisschen mehr auch technisch unter der Haube haben als
das, was tatsächlich genutzt wird. Aber auch da stellen wir mit Freude fest:
Wir haben mal eine allgemeine Nutzungs-Akzeptanz-Analyse durchgeführt dass ist nicht mehr so ist, dass nur die
pdf-Anlage genutzt wird, sondern tatsächlich auch darüber hinaus
Kommunikationstools genutzt werden. Die so genannten web 2.0 tools wie wikis
oder blogs oder auch der ganze Assessment-Bereich in den Plattformen. Inzwishen offensichtlich auch im normalen Lehralltag an den Hochschulen angekommen zu sein
scheint. Ich sage das deswegen so ein bisschen vorsichtig, weil die Umfragen,
wie wir in diesem Bereich gestartet haben leider nie representativ sein können, weil – sie ahnen es schon, die Rückmeldezahl derer, die wir angeschrieben haben, hält sich da immer sehr in Grenzen vielleicht. Die Bitte an
mich war im Vorfeld auch ein bisschen aus der Ruhrpott-Perspektive zu erzählen, un dem komme ich gerne nach. Und hab auch da ein nicht ganz so historisches Bild mitgebracht. Aus dem Jahr 2002. So sah unser Blackboard damals aus. Und ich finde, dass man eigentlich immer noch
ganz gut erkennen kann, dass die Grundfunktionalitäten auch heute immer
noch da sind. Vielleicht war damals Blackboard so ein
bisschen seiner Zeit voraus. wenn ich überlege, dass damals der riesengroße Vorteil einfach der war, dass verschiedene Funktionen in einem System
zusammen gekommen sind. Das ist ein Vorteil, den man vielleicht heute nicht mehr so krass sehen würde, aber nach wie vor ist es eigentlich ganz schön zu sagen: die Studierenden der Hochschule finden
in möglichst einem solcher Systeme all die Infos, die Kommunikationstools zu
allen Veranstaltungen die sie haben. Ich finde das ein bisschen schwierig, ich
war gerade auch letzte Woche noch mal in einer anderen großen Hochschule unterwegs, wo sich dann
herausstellt, dass es nicht wenige Hochschulen gibt, die mehrere Lern-Management-Systeme parallel betreiben. Das kann dann so sein wie bei uns, dass wir zwei, also Blackboard und moodle, im Augenblick betreiben. Häufig passiert
aber auch das, dass so an Lehrstühlen und Instituten, in Fakultäten einzelne Lern-Management-Systeme betrieben werden und das hat manchmal zur Folge, dass das für die Studierenden sehr anstrengend sein
kann, wenn man seinen Kurs sozusagen eine in einer Auswahl an LMSen suchen und vielleicht irgendwann mal finden kann. Was ich da gerne auch spontan an der Stelle einfühen will, das hatte vorhin auch schon ein Kollege hier schon geschrieben zum Thema Datenschutz: Man muss immer ein wenig im Hinterkopf haben, in dem Augenblick, in dem wir solche Systeme anrufen und betreiben hat natürlich auch
den Datenschutz, ob er sich nun ändern mag oder nicht sei mal dahingestellt,
etwas zu sagen und das ist manchmal so ein bisschen das Problem was in solchen
Lernplattformen dann an so kleinen Lehrstühlen, von studentischen Hilfskräften gepflegt,
nicht immer so berücksichtigt wird. Das als kleines Bild. Ich habe Ihnen übrigens mal eine Folie mitgebracht, die tatsächlich so alt wie der Screenshot gerade. Es ist nämlich eine Folie aus dem Jahr 2001 von dem damaligen Prorektor, übrigens zu
Strukturen und Finanzen, noch nicht einmal ein Prorektor für Lehre damals, der 2001 das Blackboard mitgebracht hat im wahrsten Sinne des Wortes. Und zwar war damals die Frage, warum nehmen wir eigentlich das? Und ich finde es eigentlich ganz spannend, dass diese Punkte, die er aufgeführt hat, also angefangen von
usability, die internationale Verfügbarkeit oder Verbreitung, die Frage ob es ein etabliertes System ist, kein Prototyp. Möglichkeit des Zukaufs von Inhalten. Ich würd’s mal ein bisschen weiter nehmen, ein bisschen Erweiterung, und die Frage der Kosten Dinge sind, die heute noch genauso sinnvoll sind und genauso aktuell sind, Also wenn wir
heute uns auf dem Markt umschauen und überlegen, welche Plattformen hat eine
gute Funktionalität, welche ist international groß verfügbar,
sowohl bei uns in der Dachregion aber auch darüber hinaus, welche Plattform
hat eine große Basis, eine große Community. wo können wir flexibel mit
Inhalten umgehen, mit Erweiterungsmöglichkeiten umgehen und
wie sieht das ganze kostenmäßig aus? Da landen wir dann – soll kein Werbeblog sein! Ich bin kein Provisions- Empfänger von moodle, sondern wir landen
tatsächlich bei moodle. Und es ist so, dass wir uns an der Ruhr-Uni
natürlich Gedanken gemacht haben ob es klug ist eine solche zweite
Lernplattform bei uns in der Form einzuführen. Inzwischen auch schon, ja, fast
fünf Jahre am Start. Damals übrigens als Ergebnis eines
kleinen Projektes, was wir bei uns hatten. Und zwar hatten wir die Aufgabe, ein LMS für die inzwischen 9 Universitäten Afghanistans zu hosten und da haben wir uns ein bisschen umgesehen, kamen mit Blackboard nicht so richtig zu Rande, was mit den Lizenzen zu tun hatte und sind
letztendlich bei moodle gelandet. Und man sieht da vielleicht so ein bisschen das, was die Diskussion von außen auch ganz gut widerspiegelt. Ich hab dann im Prinzip von dem Geld, das vorgesehen war als Lizenzskosten damals
einen technischen Kollegen einstellen können, der sich dann um das moodle-Hosting
gekümmert hat und in diesem Drittmittel-Vorhaben war moodle dann sozusagen auch für die Ruhr-Uni Bochum verfügbar und wir stellten nicht ganz
überrascht, aber vielleicht in dem Ausmaß überrascht fest, dass viele der
Lehrenden sagten wir kennen vielleicht moodle von anderen Hochschulen und kommen nach
Bochum und möchten mit dem System weiterarbeiten. Und vieles mehr, was dazu
geführt hat, dass moodle inzwischen eine ziemlich große Base hat er bei uns an der Ruhr-Uni Bochum und wir stellen fest, dass der große Bruder Blackboard zunehmend kleiner wird zugunsten von moodle. Das hat vielleicht auch damit zu tun hat, dass unser Rektorat, ich fand das sehr sinnvoll, beschloßen hat, nicht von heute auf
morgen das Aus von Blackboard zu verkünden, so als top down Methode,
sondern in Absprache mit uns den Weg gewählt hat zu sagen, wir starten etwas, das wir moodle-Offensive genannt haben. Nämlich der Weg zu schauen, wie können wir Lehrende und Studierende auch, die vergisst man in dem
Kontext manchmal allzu schnell, in unseren 20 Fakultäten davon zu
begeistern, die jahrzehntelange Gewohnheit möchte man fast sagen, die jahrelange
Arbeit mit Blackboard fallen zu lassen und zu moodle zu wechseln. Und ich finde es ganz
spannend, dass es uns gelungen ist auch unsere Power-User relativ schnell von moodle zu begeistern. Das war eine meiner größten
Befürchtungen, weil das zum Teil Lehrende sind, die sehr sehr viele Ressourcen in Blackboard hinein gesteckt haben und plötzlich sich umgewöhnen
müssen. Die waren dann die, die am offensten
offensichtlich waren und auch sonst stellen wir fest, dass es wenig, ich
möchte nicht sagen keine, aber wenig Widerstände gibt. Da hatte ich am Anfang damit gerechnet,
obwohl ich von anderen Hochschulen, die solche LMS-Wechsel vollzogen haben, häufig gehört habe, wir haben wahnsinnig viel Support vorgehalten, es wurde aber gar nicht so intensiv genutzt wie wir es eigentlich immer
gedacht haben und das ist schon echt eine schöne Erfahrung. Zu sehen, dass unser moodle an der Ruhr-Uni angekommen ist und es steht jetzt aus, dass im Rektorat
entschieden wird, auch dann formal sich von Blackboard
irgendwann zu verabschieden. Wobei auch hier ganz klar ist: wir werden das
nicht, auch wenn das Rektorat es entsprechend beschließt, von heute auf morgen einfach abschalten,
sondern es wird Übergangszeit geben, um auch dann allen die Möglichkeit zu geben,
sich dann gemütlich an moodle zu gewöhnen. Und jetzt kann man uns die Frage stellen “Warum tun wir das?” und ich habe da mal von unserem Werbebanner mal einen Screenshot gemacht und mal mitgebracht. Das sind Gründe die zum Teil natürlich
Dinge sind, die gegen Blackbaord klingen, aber eigentlich mehr für moodle sind und ich
will die kurz nur mal durchgehen. Der erste Punkt ist glaube ich relativ
schnell klar. Wir haben es auch gerade in der nicht ganz represäntativen Umfrage
am Anfang dieser Konferenz gesehen: moodle ist mit Abstand am weitesten verbreitet, wir haben es Lernplattform Nummer 1 genannt. Die vielfältigen Funktionen sind das,
was wir besonders klasse finden, insbesondere auch die
Erweiterungsmöglichkeiten, die ja in der Regel oder fast alle open source sind,
die wir sozusagen nur technisch heranflanschen müssen, die aber auch Lehrenden und wie ich finde, auch Lernenden einen großen Mehrwert bieten können. Wir haben eine starke Community, das
ist übrigens das, wo ich auch sagen muss, das ist sehr sehr traurig mit Anderen mitbekommen zu
haben, wie sehr die Hochschul-Community im Bereich
Blackboard geschrumpft ist. Wir waren früher, als Blackboard mal
wieder einen Kauf getätigt hat, webCT, eine ziemlich starke, tolle Community und haben dann festgestellt, dass wir inzwischen inzwischen mit der FU Berlin, Salzburg und der veterinärmedizinischen Universität Wien alleine am Tisch sitzen. Und das natürlich nicht besonders
schön. Die Lizenzkosten sind natürlich auch ein Grund, die man mal nennen muss, wobei ich es schon wichtig finde auch im
Hinterkopf zu haben: ein System wird nur soweit gut weiterentwickelt, wie es
Einrichtungen gibt, die diese Weiterentwicklung auch sicherstellen. Da
wird sich für uns natürlich auch die Frage stellen, wie können wir einen Teil
leisten um nicht nur reine Nutznießer zu bleiben. Und last but not least ist es so, dass
wir sagen müssen, wir haben eine Universitäts-Allianz Ruhr, das
ist die Abkürzung UA Ruhr, in der auch in Dortmund und Duisburg-Essen moodle im Einsatz
kommt und da ist es ja ganz reizvoll zu sagen, dann setzen wir an der Stelle auch
auf moodle uns suchen nicht noch eine neue Lösung. Und vielleicht ist es ja mal eine Perspektive
mal darüber nachzudenken, ich formuliere das mal bewusst sehr schwammig und
noch sehr im konjunktiv: ob wir vielleicht mal als UA-Ruhr-Allianz
vielleicht irgendwann mal sogar ein gemeinsames moodle betreiben. Wie auch immer das dann aussehen könnte.
Ja, das ist so ein bisschen das, neben vielen anderen Punkten, die uns einfach wichtig waren, jetzt so stark auf moodle zu setzen. Und ich möchte in meiner schon abschließenden Foli ein paar Fakten oder auch Thesen anführen, die ich jetzt einblende, und zwar jetzt dauert es ein bisschen, nein, hier ist es schon. Ich
hoffe, Sie sehen es auch. Ohne LMS kein eLearning an Hochschulen – auch im Jahr 2016. Ich
finde es immer wieder spannend zu erleben, wenn ich gerade mal Blogs verfolge, wenn ich auf Tagungen und Kongressen bin, dass wir in der eLearning Community in
diesen Tagen wo wir unter unseres Gleichen sind, ganz ganz weit sind. Wir reden von großen Zukunftsszenarien. Ich finde das
auch gut und richtig, dass wir das tun. Ich stelle gleichzeitig fest, dass es immer noch nicht wenig Lehrende gibt an den Hochschulen, die zärtlich damit anfangen mal ein paar pdfs hochzufahren, mal zu versuchen mal mit einem wiki zu arbeiten und
sozusagen dort ein bisschen, ichs sags mal in Anführungsstrichen, “hinterherhinken”. Und ich merke Tag für Tag, dass auch
unsere Lehrenden hier eLearning von den LMS aus denken. Das heiß,t ich glaube, dass eLearning auch in
Zukunft ein starkes Gewicht haben wird in Form dieser Lernplattform und es ist
von Lehrenden und Lernenden einfach ein schöner Ausgangspunkt, bei dem es aber
nicht zwangsläufig bleiben muss. Ich stelle fest und behauptete, dass die
Lern-Management-Systeme bereits oder zunehmend stark in die eigene IT-Infrastruktur integriert sind oder werden. Zu nennen wäre da natürlich das zentrale Identity-Management, in dem die Anmeldung über die Standard-Hochschul-Accounts
möglich ist. D,as ist etwas was meines Wissens die
meisten Hochschulen schon umgesetzt haben. Etwas schwieriger, da spreche ich auch
selbstkritisch für die Ruhr-Uni Bochum, ist es, diese Anbindung an Campus
Management hinzubekommen, was dann den Vorteil mit sich bringt, dass man mit einem Klick
aus dem Campus-Management-System Kursräume in der Lernplattform anlegt
mit den zugehörigen Kursleitenden und Kursteilnehmenden. Ich stelle fest,
und das ist für mich auch ein großer Vorteil der Standardisierung, dass viele
Schnittstellen inzwishen schon bedient sind oder bedient werden. Ich möchte dafür uns in Bochum hervorheben. Zum einen die Schnittstelle zu Adobe Connect. Wir sind wie die meisten anderen Hochschulen im DFN-Verein und können Adobe Connect, was wir ja auch gerade live hier betreiben, auf einer ganz anderen Instanz gut nutzen und
diese Schnittstelle macht es möglich, ohne separate Registrierung oder Anmeldung von moodle direkt in Adobe Connect hineinzukommen. Wir arbeiten aber auch schon seit
einiger Zeit mit der Schnittstelle unter Anbindung von Mahara, dem ePortfolio-System, was ganz gute Dienstleistungen da uns zur Verfügung stellt, wenn auch ePortfolio bei uns noch nicht in die Breite kommt. Spannend finde ich in dem Kontext, den wir auch in der UA Ruhr diskutiert haben, über diese Hub-Technologien nachzudenken, die ja sozusagen auch die Parallelität unterschiedlicher LMSe aufhebt und
eine gute Basis darstellen aus meiner Sicht für Kooperationen zwischen
Hochschulen. Ich finde, dass diese Kooperation unter Hochschulen sowieso etwas ist, was den Mehrwert von eLearning ganz besonders
deutlich werden lässt. Mehr noch als wenn wir von einer
Anreicherung einer Präsenzveranstaltung reden. Und ich
merke immer wieder in Gesprächen, auch wenn das für die Community nichts neues ist, dass Video Streaming, dass Video Management Dienste Dinge sind, die im Augenblick sehr stark bei uns auch angekommen sind. Lernen und Video ist ein großes Thema und wir stellen uns natürlich auch hier
die Frage, ob es sinnvoll ist, diese Videodateien alle in die Lernplattform
hochzufahren oder ob es da nicht klug ist, irgendwelche guten Streaming-Lösungen
zu finden. Aber das ist auch ein Thema, an dem wir
dran sind. Last but not least der Punkt eAssessment, ein Punkt, bei dem wir uns auch in Bochum etwas schwer tun, was übrigens
auch damit zu tun hat, dass wir in Sachen Datenschutz, Datensicherheit ein bisschen
zu tun haben. Und stelle aber auch mit Neid fest, mit Verblüffung fest, dass nicht wenige Hochschulen sich entschieden haben, durch separate Lern-Management-Instanzen eine eAssessment-Umgebung zu fahren. Meines Wissens ist das gerade Ilias
recht weit verbreitet und nachweislich erfolgreich in dem Augenblick, in dem man sagen kann, dass, tatsächlich, einfach erfolgreich zum Teil seit mehreren
Semestern, seit einigen Jahren diese eAssessments über Ilias oder über andere Lern-Management-Systeme durchgeführt werden. Ich habe noch eine weitere These mitgebracht, vorhin kam ja glaube ich auch, ich überfliege mal so ein bisschen mit einem auge das, geschrieben wird. Lern-Management-System wird bleiben,
trotz facebook, google und Co. Ich finde, dass facebook, google und Co natürlich in der Usability und natürlich im Preis-Leistungsverhältnis auf den
ersten Blick tolle Dienste anbieten und auch in der Nutzung einfach überragend sind. Ich stelle fest, dass es auch bei uns
nicht wenig Lehrveranstaltung gibt, die gerade über facebook auch dann auch laufen. Ich fand mal ganz lustig, als ich im Rahmen einer Lehrveranstaltung, die ich an der
Uni Köln durchgeführt habe, als Lehrbeauftragter plötzlich von
einem Studierenden selber eingeladen wurde in eine andere Plattform um dort mit den Studierenden in Kontakt zu kommen. Ich fand das ein bisschen merkwürdig, aber es ist ein
Zeichen dafür, dass das genutzt wird. Ich glaube dass es gut ist zu
unterscheiden, wo Studierende sich neben dem offiziellen Studium verabreden. ob das WhatssApp-Gruppen sind oder was
auch immer. Und wir in den Hochschulen Lern-Management-Systeme betreiben, bei denen wir uns aus Datenschutzrechtlichen
Gründen keine Sorgen machen müssen. Und wir mit gutem Gewissen sagen können, dass das, was offiziell in diesen Plattformen passiert, über uns an den Hochschulen betrieben, auch sozusagen
clean ist in jeder Hinsicht. Ich möchte abschließend mit ein paar
Gedanken, die ich für uns in Bochum spannend finde, bezogen auf Lernplattformen. Ich finde
das phänomenal zu sehen, wie die Nutzung der mobilen Anwendung steigt. Ob das über responsive-Design-Lösungen so stattfindet, ob das etwas ist, das mit Apps realisiert wird. Ich merke, das wird sozusagen von Tag zu Tag mehr. Wir hatten letztlich ich glaube ungefähr 25% der Zugriffe über
mobile Endgeräte Ich persönlich finde spannend, die
Lernplattform für das Konzept des inverted oder flipped classroom einzusetzen.
Ich finde es eine sehr spannende Geschichte, in dem wir auch Lern-Management-Systeme intensiv einsetzen können
mit ihren unterschiedlichen Funktionen um die Konzepte zu verfolgen. Und mein, ich möchte fast sagen
didaktisches Lieblingskind ist der Gamification-Ansatz. Ich kann jetzt für moodle sagen, es gibt da ein schönes Modul ich glaube es heißt LevelUp oder so ähnlich. die deutschsprachige Variante ist ein
bisschen komisch vom Klang her, die es uns erlaubt, Gamification tatsächlich auch schon in so einer moodle-Umgebung anzugehen, damit adaptives, motivierendes Lernen zu fördern. Es ist ein bisschen aufwendig für die
Lehrenden meiner Erfahrung nach, aber erstmalig finde ich, sind wir so weit, so ein spannendes Thema ein bisschen in die Breite zu bekommen,
weil vorher das was unter Gamification oder auch Game-based Learning gelaufen ist immer
sehr spezielle Anwendungen waren, die für den normalen Lehrenden ja kaum auch technisch zu beherrschen waren. Oder mit einem großen Ressourcen-Aufwand verbunden waren. Abschließende Thesen und gedanken aus der Ruhr-Perspektive, vielleicht ja das eine oder andere, was dazu einlädt kontrovers zu
diskutieren. Und jetzt habe ich noch ein Abschluß-Bild vorbereitet für diese Runde, da sieht man nämlich mich an meinen wahren Arbeitsplatz. Hier bin ich nämlich gerade dabei, moodle und Blackboard gleichzeitig zu steuern. Und mit diesem schönen Bild gebe ich an die Zentrale in Tübingen
und bin gespannt, ob die eine andere Frage, die ich übersehen habe, inzwischen
aufgetaucht ist. Vielen Dank.
– Ja, erst einmal ganz herzlichen Dank, Holger. Es gab tatsächlich eine konkrete Frage, und zwar, was du mit den Hub-Technologien genau gemeint hast. Die
stelle ich dir jetzt noch, bevor wir dann in die allgemeine Diskussion übergehen.
– Hub-Technologie ist die, dass es möglich ist, beispielsweise aus unserem moodle heraus
in einer Kooperationsveranstaltung, ich sag jetzt mal mit der Fachhochschule
Dortmund, die Ilias betreiben, direkt quasi die in einem Kanal in das Ilias von Dortmund hinein kommen, was aber sozusagen der Studierende nur an dem
look and feel feststellt und alle anderen Dinge wie Userdaten und der Weg in den Kurs hinein werden dabei mit übergeben. Das ist übrigens auch eine Variante die vorstellbar ist, wenn man einen moodle mit mehreren Einrichtung betreibt. Sozusagen ein Dach zu haben und da drunter über die Hub-Technologie sozusagen andere Dinge einfügen zu können. Das ist jetzt das was ich nur so als
nicht-Techniker beschreiben kann. Ansonsten suche ich da gerne auch nochmal die Kontakte raus, ich glaube die kam aus Regensburg aus einem Projekt, aber da kann
ich auch gern nochmal nachgucken. Nochmals ganz herzlichen Dank, und ich schalte auf den Diskussions-Modus um und da sieht man schon, dass sich während des Vortrags
eine intensive Diskussion entsponnen hat. Auf alle Fragen können wir jetzt sicher auf jeden Fall nicht mehr eingehen, vieles geht glaube ich auch über den
Kontext hinaus, den wir hier beantworten können. Da war zum Beispiel die Frage, an welchen
Hochschulen moodle für Assessments und so weiter genutzt wird. Spannend fand ich
die Ausgangs-Diskussion, die sich ganz viel um das Thema sexyness drehte und die begann damit, dass es hieß, eigentlich hat es mit dem LMS
nichts zu tun sondern damit wie die Lehrenden das nutzen und wie siw dazu befähigt werden. Und dann gabs aber auch wieder Widerspruch, dass eben das look
and feel und usability doch sehr viel damit zu tun hätte. Vielleicht gebe ich diese Frage doch noch mal
an die beiden Vortragenden weiter, wie ist eure Erfahrung? Klaus, du oder ich?
– Du kannst gerne einsteigen, Holger. Also ich glaube, dass beide Parteien Recht haben. Also ich habe natürlich viel
Gestaltungsspielraum in einem solchen Lern-Management-System und kann an
vielen Stellen natürlich mit entscheiden wie der Content zum Beispiel
aussieht. Also wir arbeiten hier zwar häufig auch mit Autorensystemen um das,
was als Content angezeigt wird, ein bisschen schöner darzustellen, als das
das manchmal die Lernplattformen bieten. Zum anderen ist die Äußerung genauso
wichtig, dass natürlich Lernplattformen Rahmen geben und in dem Augenblick, wo ich so einen Charme einer alten DOS-Umgebung habe, kann ich natürlich mit der tollsten Lernumgebung nur bedingt was reißen. Im Zwischenspiel zwischen Funktionalitäten sind dann natürlich auch Risiken, Grenzen und Chancen versteckt. Also von
daher glaube ich, stimmt beides. Ich kann mit einer schönen, toll designten Lernplattform oldschool-Kurse abhalten, im Umkehrschluss geht es auch nur im Rahmen von Grenzen, die gesetzt sind. Oder Klaus?
– Ja, da würde ich auch zustimmen. Ich habe über die Jahre hinweg immer wieder auch einen Blick auf unterschiedliche Lernplattformen geworfen, die ich auch kurz behandelt hatte. Und wenn ich so einige Jahre zurückdenke, erinnere ich mich doch an einige kritische Momente, wo ich dachte, da ist wirklich
noch viel zu tun auf der Ebene der Nutzeroberflächen, wo ich auch dachte, das lädt nicht so richtig ein intensiveren Nutzung. Mich als Lehrender hätte da manches möglicherweise einiges auch abgeschreckt. In den letzten Jahren, wenn ich da gelegentlich geguckt hab, war doch mein Eindruck, dass sich da manches verändert. Ich habe da zum Teil sehr
schöne Lösung auch gefunden, da würde ich schon doch auch vermuten, dass
manche Lehrende vielleicht von der Nutzeroberfläche, die relativ intuitiv
zu bedienen ist, ja, ansprechend gestaltet ist, sich vielleicht doch inspirieren lassen, da doch ein bisschen intensiver ins Experimentieren einzusteigen als wenn das nicht der Fall ist.
Aber die Informationen, die ich aktuell auch von verschiedenen Communities und Dienstleistern aus dem LMS-Bereich erhalten habe, scheinen ja doch auch
darauf hinzudeuten, dass sich gerade in den letzten zwei, drei Jahren sich doch
einiges verändert, dass man da versucht auch die Architektur grundsätzlich von LMS-Systemen nochmals ein bisschen zu modernisieren. Offenbar ist da ein gewisser Druck auch vorhanden, Neuerungen vorzunehmen, die. vielleicht auch intensiver greifen oder weiter reichen, als es in den Jahren zuvor der Fall gewesen ist. Also tatsächlich war ja die Argumentation auch in der Diskussion hier, wenn die Systeme schöner aussehen,
würden sie vielleicht gleich mehr vom Mehrwert überzeugen. So lange man ganz
viel erklären muss, warum man das jetzt benutzen muss, ist es schwierig für die
Lehrenden und für die Studierenden ja sowieso. Da gibt es ja eh die These, dass Studierende LMS überhaupt eher ablehnend gegenüber stehen. Wie ist da die Erfahrung? Holger vielleicht? Ja, also ich würde das nicht so pauschal sehen. Ich glaube, dass Studierende relativ schnell merken, dass eine Lernplattform einfach was anderes ist, als beispielsweise in Facebook mal was reizuposten. Was mehr damit zu tun hat, dass das was
dort betrieben wird einfach auch mal anstrengend sein kann. Also wenn Lernen nicht anstrengend ist, dann haben wahrscheinlich Studierende was falsch gemacht. Und da ist es vielleicht sekundär, ob das jetzt irgendwie ganz toll aussieht oder nicht.
Aber klar, eine ansprechende Umgebung ist wichtig, wobei ich das
tatsächlich auch ein bisschen mehr sehen würde in bezogen auf die Inhalte, die
eingestellt und designed werden, als auf die Umgebung. Aber beides ist natürlich
nicht unwichtig. Aber ich will es auch nicht überbewerten, weil ich kommen in die
schönsten Lernumgebung rein und sehe, dass dort fachbezogene Inhalte eingestellt
sind, durch die ich mich durchkämpfen muss als Studi, das ist anstrengend.
Und dann ist die Farbgestaltung, das Design vielleicht ein bisschen zweitrangig. Aber die Usability ist natürlich das A und O. Wenn ich mich in solchen Plattform enverliere und nicht weiß wo ich jetzt zum meinen
Bereichen komme und ich im schlimmsten Fall lost in cyberspace erlebe, dann ist natürlich dann etwas schief gelaufen. Und ich muss aber sagen, auch das ist wieder
ganz häufig glaube ich, Empfindens-Sache. Meine These lautet da, dass diejenigen,
die mit und einer x-beliebigen Lernplattform angefangen haben, diese von der Usability immer am besten
finden und die weitere Plattform dann schlechter finden, weil sie die Logik
sozusagen wiederfinden. Ja, also erstmal danke. Ich bin hier
fast erschlagen von der Vielzahl der Fragen, die hier grade diskutiert werden. Ich kann vielleicht auch darauf hinweisen, dass
wir im Laufe der Event-Reihe diverse Dinge noch auf jeden Fall aufgreifen
werden. Wir werden eine Veranstaltung haben zu Rechtsfragen, wo
die ganzen datenschutzrechtlichen Fragen und überdies auch urheberrechtliche
Sachen gefragt werden. Es gibt auch eine Veranstaltung wo das Thema cloud in
Zusammenhang auch mit MOOC-Plattformen intensiv diskutiert werden
wird. Hier ist ja auch schon eine große Diskussion, wie weit sich cloud zum
Beispiel auch mit Datenschutzsachen verbinden lässt. Und wir werden, und das ist die Frage, die ich
jetzt eigentlich an euch Beide auch noch zum Abschluss stellen will. Auch noch mal
die Frage diskutieren wollen, wie geht es denn so perspektivisch weiter? Holger, du hast schon gesagt, ohne LMS geht’s jetzt gar nicht. Dagegen hat Klaus und seinem Vortrag
gesagt, eigentlich steuern wir doch schon in die post-LMS-Ära. Vielleicht das nochmal als ABschlusswort von euch beiden, bevor wir dann aus Zeitgründen schon
wieder schließen müssen, trotz der vielen Fragen. Ja, also das Schlagwort der Post-LMS-Ära ist vielleicht doch auch ein bisschen weit gegriffen, auch, das wurde auch in den Educause-Studien angeführt. Dem begegnet man gelegentlich, aber die Autorinnen und Autoren haben sich doch distanziert davon und meinten es ginge eher darum, der Entwicklung
entsprechender Systeme vielleicht eine neue Richtung auch zu verleihen, leistungs-
und flexibler nutzbares System zu entwickeln, in dem nicht mehr alles möglicherweise auch
im Kernsystem enthalten ist sondern den einzelnen Hochschulen die
Möglichkeit zu bieten, dass es ganz unterschiedliche Zusatzmodule gibt, die
sie bedarfsgerecht dann mit hinzu nehmen können. Von daher fand ich diesen Gedanken
eigentlich ganz ansprechend, da wurde der Begriff des Mash-Ups auch dafür aufgebracht. Unterschiedliche Komponenten dann eben
zusammengeführt werden können und es wurde auf die mobilen Nutzungsszenarien sehr stark verwiesen, auf Nutzung in der Cloud, dass man sich auch auf der Ebene wünscht, nicht mehr auf vielleicht eine zentrale Installation an der alten
Hochschule zwangsläufig dann angeiesen zu sein. Da habe ich den Eindruck, dass ich sehr
viel tut und dass da auch viel Bewegung in den Communities ist. Und daher glaube ich eigentlich auch, dadurch, dass solche Aspekte aufgegriffen werden, dass klar dass die Lern-Management-Systeme auch
künftig neue Nutzergruppen überzeugen werden können, dass da die post-LMS-Ära noch eine Weile vielleicht auf sich warten lassen könnte.
– Neue Nutzergruppen für die klassischen LMS. Ich bin gespannt. Ich habe ja noch ein paar
Jahre zu meiner Rente ,ob ich das noch erleben werde. Ich bin jetzt noch optimistisch. Ich habe mir schon ein bisschen gesagt, welche Themen ich für die
Zukunft ganz spannend finde. Für mich wird auch noch beeindruckend
sein mitzuerleben inwieweit tatsächlich unser manchmal nicht ganz so unsinnige
aber restriktive Datenschutz uns vor Schwierigkeiten setzt, gerade bei
cloud-Lösungen aber auch bei dem, was wir unter learning analytics und Big Data kennen, ist glaube ich die große Entwickling in den Vereinigten Staaten zu verzeichen. Mit dem wir uns hier in Deutschland vielleicht zu recht,
vielleicht nicht ganz in der Schärfe ein bisschen schwer tun. Also da bin ich mal sehr neugierig, wie es weiterläuft. Gerade wenn man mal in Richtung Blackboard
schaut sieht man, dass die sehr sehr stark auf diese Dinge setzen und uns
damit auch, muss man ehrlich sagen, ein bisschen abhängen. Mal gucken, wie die Zukunft ist. Übrigens, eins will ich noch sagen: Der Peter Engelhardt hat ja gerade geschrieben, ob man Facebook verbieten soll. Man kann es ja mal probiere,n aber bei
uns ist übrigens wirklich die Regel, wenn Lehrende etwas über solche nicht
abgesegneten Portale kommunizieren, kann ein Studi sich dagegen wehren und sagten, ich werde hier von zentralen Lerninhalten abgeschnitten und ich möchte nicht mein Skype hier installieren, ich möchte mich in facebook. Dann ist es etwas, wo tatsächlich der
Einzelne was bewegen kann, wenn er es denn für richtig hält. Aber das nur, weil ich es gerade spannend fand und gelesen hab. Ja, fast kann man jetzt nicht sagen das
kann man in der facebook-Gruppe von eTeaching.org weiter
diskutieren, aber wir sind am Ende der Zeit. Vielleicht finden wir ja Kanäle auf
facebook oder sonstwo, wo wir uns weiter auseinandersetzen können. Auf jeden Fall
möchte ich zum Abschluss der Veranstaltung einladen zu unserem
nächsten Online-Event. Was wir in der Reihe noch behandeln werden, habe ich ja eben schon
mal so grob gesagt, aber beim nächsten mal geht es ganz konkret um das LMS,
was heute auch schon besonders häufig genannt wurde und der auch das
Häufigste in der deutschsprachigen Community ist: moodle. Die beiden Referenten, übrigens aus Österreich und aus der Schweiz sind auch Organisatoren der
nächsten moodle-Dachkonferenz, also berichten sie uns so gesehen auch aus der Community. Herzliche einladung dazu und ich kann
das schon andeuten, dass wir auch das am zweithäufigsten genutzte LMS Ilias noch
in einer eigenen Veranstaltung thematisieren werden, dann in vier Wochen. Ich würde
mich freuen, wenn dann wieder viele dabei aind. Ja, und sag noch mal
herzlichen Dank an die Referenten und Ihnen allen für die unglaublich
lebhafte Diskussion. Ich hoffe wir finden Möglichkeiten, die noch irgendwie
fortzusetzen, weiterzuführen. Ja, tschüss!

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